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Über den Tod muss man reden

"Die Beschäftigung mit dem Tode ist die Wurzel der Kultur."

Friedrich Dürrenmatt

Todesbewältigung und Trauerarbeit haben eine kulturstiftende Bedeutung. Der Zustand einer Gesellschaft spiegelt sich unter anderem in ihrem Umgang mit Alter, Krankheit und Tod, sichtbar zum Beispiel in Krankenhäusern und Hospizen, bei Bestattungen und auf Friedhöfen.

Unsere Aufgabe als Bestatter ist auch eine kulturelle. Wir sind gefordert, immer wieder der gesellschaftlichen Bedeutung von Bestattungs-, Friedhofs- und Trauerkultur gerecht zu werden, auf sie hinzuweisen und sie aktiv mit zu gestalten. Denn eine Gesellschaft, die den Tod tabuisiert und ihm keinen Platz im Leben einräumt, ist keine humane Gesellschaft.

Mit- und voneinander über Tod und Trauer lernen

Wir fördern deshalb Institutionen und Netzwerke,  die sich mit diesem Themenfeld beschäftigen. Der Umgang mit kulturellen und religiösen Besonderheiten im Trauerfall bietet insbesondere eine hervorragende Möglichkeit, interkulturell zu arbeiten – beispielsweise an Bildungseinrichtungen wie Schulen, Volkshochschulen und Universitäten.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der natürlichen und realitätsnahen Vermittlung der Fragen zu Tod und Trauer auch an junge Menschen. Darum engagiert sich Otto Berg in der Schul- und Bildungsarbeit, unterstützt Pädagogen und Dozenten bei ihrer Unterrichtsplanung.

Wir organisieren und unterstützen darüber hinaus regelmäßig Veranstaltungen zu den Themen „Sterben, Tod und Trauer“. Einige Beispiele:

  • die interaktive Ausstellung „Erzähl’ mir was vom Tod“  für Kinder und Jugendliche (in Kooperation mit dem FEZ/Kindermuseum Berlin)
  • die Bilderausstellung „Das letzte Bild“ (Bilder von Heike Ruschmeyer, in Kooperation mit dem Kunstamt Reinickendorf)
  • das Symposium „Leben mit den Toten“ zur gegenwärtigen Bestattungskultur (in Kooperation mit dem Landesarchiv Berlin und dem Kunstamt Reinickendorf)
  • die Ausstellung „Vom Tatort ins  Labor – Rechtsmediziner decken auf“ (Berliner Medizinhistorisches Museum)
  • zahlreiche Lesungen und Vorträge mit Wissenschaftlern, Journalisten und Schriftstellern

Mit solchen Veranstaltungen wollen wir dazu beitragen, die Hemmschwellen im Umgang mit dem Tod abzubauen und zum Nachdenken – letztendlich über das Leben – anregen. Künstler erhalten eine neue Plattform für ihr Schaffen, Kulturschaffende und Kulturvermittler neue Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und zum Ideenaustausch.

Wenn Sie sich für unsere Veranstaltungen interessieren, melden Sie sich gleich an und erhalten Sie zukünftig Ihre persönlichen Einladungen.

Auch die Politik ist gefragt

Die Kultur entspringt dem Wissen um den Tod und die Sterblichkeit.

Jan Assmann

Die Kultur- und Bildungspolitik ignoriert diese Themen leider viel zu oft. So wird ein verantwortungsvoller und bewusster Umgang der Gesellschaft mit dem Tod erschwert.

Wer ernsthaft an kultureller Bildung interessiert ist, wer engagierte und kreative Beteiligung am kulturellen Leben ermöglichen will, der muss auch für existentielle  Fragestellungen zu Sterben, Tod und Trauer mehr Berücksichtigung einfordern. Es müssen Räume geschaffen werden, die es ermöglichen, auch solch komplexe kulturelle Themen einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen.